Vùchelsberch Orchenaal

Na, logo!

Mir sai è Vùchelsberch Orchenaal! Die Bicher voo insemm Veräi Lastoria ewwer Owenglie („Himmel un Höll“ vonneweg), inser Lirrerbicher off Pladd („Mir“), die Orjel-Schaib voo dè Veronika on Hierbicher aus dè Raih „So klingt Owenglie“ („Weidig“ on „Jiddisch Leben“) sai inner dè honnerd Besde! Mir deaffe jeds des Logo droffbabbe on winn ins geann med annern, die aach Vùchelsberch Orchenaal sai, ewwerleeje, woas all  eam Vùchelsberch sesomme gidd. Äi Orchenaal elläi mächd joa kenn Vùchelsberch!

Wir sind Vogelsberg Original! Die Bücher unseres Geschichtsvereins Lastoria über Ober-Gleen („Himmel un Höll“ vorneweg), unsere Mundartliederbücher („Mir“), die Orgel-CD von Veronika Bloemers und Hörbücher aus der Reihe „So klingt Owenglie“ („Weidig“ und „Jiddisch Leben“) sind unter den hundert Besten! Wir dürfen jetzt das Logo draufkleben und würden uns gerne mit anderen, die auch Vogelsberger Original sind, überlegen, was im Vogelsberg alles gemeinsam möglich wäre. Ein Original allein macht ja keinen Vogelsberg.

We are Vogelsberg Original! Our books our historical society Lastoria has made about Ober-Gleen (first of all „Himmel un Höll“), our dialect songbooks („Mir“), the organ cd of Veronika Boemers and audio books of the series „So klingt Owenglie“/The sound of Ober-Gleen („Weidig“ und „Jiddisch Leben“) are among the best 100! We are allowed to put stickers with the logo on them and would like to make some brainstorming together with others who are also Vogelsberg Original what we could do together. It takes more than one Original to make a Vogelsberg.

Best wishes, alles Gurre, alles Gute,

Pauls Monika

On hieh feandder mieh, und hier findet Ihr mehr, and here you find more:

www.vogelsberg-original.de

Massgeball

Es gedd è nau Lied. Ewwer Korona. On ewwer ins. Es gibt ein neues Lied. Über Corona. Und über uns. There is a new song. About Corona. And about us.

Best wishes, alles Gurre, alles Gute,

Pauls Monika

P.S. voom 11. August: Wie ech doas Lied geschreawwe huh, huh noch käi Loid ean Berlin off dè Gass dechd oo dechd geschdanne, uhne Masge, on huh gesääd, sie wiern die zwuude Well‘ on huh Rächde medlaafe leasse on „Liejepress“ gekrische. Fier woas fier Grondrächde sai die marschiert? Wann’s ean demm Lied hääsd „nomm dommo dai Masg hie obb“, dann gidd’s im die, die sech med sech selwer freamd fiehn on verzwazzenn. Es eass kenn Offruf, schuh werre ean Schoarn dorimzèlaafe, med naggichem Gesechd, sonnern woas zwesche Hoffe on Bangge. Als ich das Lied geschrieben habe, haben noch keine Leute in Berlin auf der Straße dicht an dicht gestanden, ohne Maske,  und haben gesagt, sie wären die zweite Welle, und haben Rechte mitlaufen lassen und „Lügenpresse“ geschrien. Für welche Grundrechte sind die marschiert? Wenn es in diesem Lied heißt „nimm die Maske mal ab“, dann geht es um die, die sich selbst entfremdet fühlen und verzweifeln. Es ist kein Aufruf, schon wieder in Scharen herumzulaufen, mit nacktem Gesicht, sondern was zwischen Hoffen und Bangen. When I wrote this song, there hadn’t been people in Berlin, standing close to each other in the streets, without mask, saying they were the second wave, people who accepted rightwings to come along and who screamed „Lügenpresse“. For what kind of fundamental rights have they been standing up? When it is said in this song „take down the mask for a moment“, those are meant who feel alienated, even to themselves, and are desperate. It is not meant to make anyone joining a crowd with a naked face in these times, but something between hopes and worries.

 

Massgeball

 S’eas Masgeball hie ean dè Schdoadd,

kenn Karneval, kenn Mummeschans.

Ach, nomm dommo dai Mask hieh ob,

bedroachderr dai Gesechd mo gaans:

Gugg nor, dai Lächenn eas noch doa,

wu’s allzaid woar, wu’s allzaid woar.

Baim Masgeball hie ean dè Schdoadd

huh merr off den Moment gewoadd.

Eds easser doa, eds easser doa!

Dois laafe merr schuh werre rim

on komme ins beinoah ze noah,

on gugge ins nochemo im.

S’eas Masgeball hie ean dè Schdoadd,

on wann ech dreem, dann sai ech foadd,

on wann ech wach werr, sai ech doa,

on wer voo ouch eas merr dann noah?

 S’eas Masgeball hie ean dè Schdoadd,

ech wääs, mir huh’s joa schu laang soad,

verschdegge winn merr ins nit mieh,

es Läwe, doas soll wärergieh.

On wann die Masge fann enn Doag,

seh merr ins werre off enn Schloag,

ech gugg dech oo, kenn mech nit mieh.

On fang nau oo. On doas weadd schie.

 

Maskenball

S’ist Maskenball hier in der Stadt,

kein Karneval, kein Mummenschanz.

Ach, nimm doch mal deine Maske ab,

betracht dir dein Gesicht mal ganz:

Guck nur, dein Lächeln ist noch da,

wo’s immer war, wo’s immer war.

Beim Maskenball hier in der Stadt

hab’n wir auf den Moment gewart’.

Jetzt ist er da, jetzt ist er da!

Draußen laufen wir schon wieder um

und kommen uns beinah zu nah,

und gucken uns noch einmal um.

S’ist Maskenball hier in der Stadt,

und wenn ich träum, dann bin ich fort,

und wenn ich wach werd, bin ich da,

und wer von euch ist mir dann nah?

 S’ist Maskenball hier in der Stadt,

ich weiß, wir haben’s schon lang satt.

Verstecken wolln wir uns nicht mehr.

Das Leben, das soll weitergehn.

Und wenn die Masken eines Tages fallen,

dann sehen wir uns auf einen Schlag wieder.

Ich guck dich an, erkenn mich nicht mehr.

Und fang neu an. Und das wird schön.

 

Masked Ball

 There is a masked ball here in town,

no carnival, no usual masquerade.

Oh, lift your mask for a moment,

have a look at your whole face,

and see: Your smile is still there.

On the masked ball here in town

we have been waiting for that moment.

Now it is here, now it is here.

We are  in the streets again,

and get almost too close,

and will live with the consequences.

There is a masked ball here in town,

and when I am dreaming, I am gone,

and when I wake up, I am here.

And who of you will be close to me, then?

There is a masked ball here in town.

I know, we are tired of it for such a long time.

We don’t want to hide any more.

Life shall go on!

And if masks will drop one day,

we will meet again, all at once.

I will be looking at you and won’t recognize myself.

And will start again. And that will be fine.

 

 

Leass Owend weann

Liewer Gott, leass Owend weann. Moijend weadd’s voo selwerd, hodd die Omma Lina gesääd. Aach dè Moarborcher Owend eam KFZ gedd’s nit ean denen Corona-Zaire. Drim huh ech è kläi Lied geschreawwe on merr dissmo aach è Melodie eanfann leasse. Wann’s die Melodie schuh gewwe selld, dann meld ouch bedde. Merr wääs joa alsemo nit, woas merr all offschnabbd. Lieber Gott, lass es Abend werden. Morgen wird es von selbst, hat meine Oma Lina gesagt. Auch den Marburger Abend im KFZ gibt es in diesen Corona-Zeiten nicht. Ich habe ein kleines Lied geschrieben, und mir dieses Mal auch eine Melodie einfallen lassen. Falls es die Melodie schon geben sollte, dann meldet euch bitte. Man weiß ja manchmal nicht, was man alles aufschnappt. Good god, let it become evening. The morning comes all by itself, my grandma Lina used to say. Auch the open stage „Marburger Abend“ doesn’t take place because of Corona. I have written a song and this time also a melody. In case that it already exists, tell me please. Sometimes you don’t know what you pick up.

Leass Owend weann

Wääsde wiffel doa neangieh,
wann se werre neangieh?
Ob se sedse oder schdieh,
krissde schweann kenn Bladds mieh.

On dè gruuse Saal, der gidd
baal aus alle Nähde,
on die Loid geangge all med,
wann se daanse däre.

Eas dè Measd easchdmo vierbai,
mächdes KFZ off,
Owend weadd’s, mir sai sou frai,
joa, gaans Moarborch woadd droff!

Wann merr dann werre heangieh,
gieh merr werre all nean,
laif easses nommo sou schieh,
Loid sai inner Loid geann.

Lass es Abend werden

Weißt du, wie viele da reingehen, wenn sie wieder reingehen?

Ob sie sitzen oder stehen, bekommst schnell keinen Platz mehr.

Und der große Saal, der geht bald aus allen Nähten,

und die Leute gingen alle mit, wenn sie tanzen täten.

Ist der Mist erst mal vorbei, macht das KFZ auf,

Abend wird’s, wir sind so frei, ja, ganz Marburg wartet darauf.

Wenn wir dann wieder hingehen, gehn wir dann wieder alle rein,

live ist noch mal so schön. Leute sind unter Leuten gern.

Let it become evening

Do you know how many fit in, if they go there again?

If they are sitting or standing, soon, you won’t find a spot for you.

And the big hall gets overcrowded soon,

and the people did, as well, if they danced.

As soon as this shit is over, the KFZ reopens again.

It gets evening, we are free, yes, whole Marburg is waiting for it!

When we go there again, we fit in there again.

Live is so much better. People like to be among people.

Dè Trump zem Schiss huh

Haut moijend harrech enn ellegdronische Briep voo dè Ruth (Livermore, USA) kreje: Es gedd è nau bolliddisch Lied ean Ammerigga, „The liar tweets tonight“, wu se dè Trump zem Schiss huh. Doas missder gehirrd huh! Mir huh Dreene gelachd. On jeed Woadd eas woahr. Dangge oo dè Roy Zimmerman on oo die Melanie Harby on oo all die annern, die megemoachd huh. Ech huh enn è Fers-che geschuchd. Heute Morgen habe ich eine E-Mail von Ruth aus Livermore (USA) bekommen: Es gibt ein neues politisches Lied in Amerika, „The liar tweets tonight“, in dem sie Trump veräppeln. Das müsst ihr gehört haben! Wir haben Tränen gelacht, und jedes Wort ist wahr. Danke an Roy Zimmermann und Melanie Harby und all die anderen, die mitgemacht haben. Ich habe ihnen einen kleinen Vers geschickt. This morning, I have received a mail from Ruth who lives in Livermore, California: There is a new political song, mocking on Trump: „The liar tweets tonight“. You should listen to this! We have shed tears, laughing. And each word is true. Thank you, Roy Zimmerman, Melanie Harby and all the others who joined in. I have sent them a little cover version of their cover version of „The Lion sleeps tonight“.

 

In your audience, your grateful audience, there are smiles all about.

In your audience, your joyful audience, the laughter is so loud:

And we all hope and we all hope and we all hope and we all hope

and we all hope and we all hope you vote him out!

Eure Hörer, dankbare Hörer, die lächeln heute sehr.

Eure Hörer, fröhliche Hörer, es werden mehr und mehr!

Wir hoffen all, wir hoffen all, wir hoffen all, wir hoffen all,

wir hoffen all, wir hoffen all, keiner wählt’n mehr!

Die ouch hirrn, joa, die ouch hirrn,  die greannse haut, on wie!
DIE OUCH HIRRN, JOA, DIE OUCH HIRRN, DIE LACHE LAUT: SOU SCHIE!
MIR HOFFE ALL, MIR HOFFE ALL, MIR HOFFE ALL, MIR HOFFE ALL,
MIR HOFFE ALL, MIR HOFFE ALL, KÄiS WÄHLDENN MIEH!
Best democratical wishes, alles demmograadisch Gurre, alles demokratisch Gute,
Pauls Monika

42 Vierschlääg

Ean Wissboarre harrese dèzu offgeruffe, sech zu dè 17 Zien fier Noochhaldechkääd woas eanfann ze leasse. Hier sai mai Vierschlääg. Woas gèfedd eas, eassen bekaande Schbroch, alles anner eas off menner Mesd gewoasse. In Wiesbaden hatten sie dazu aufgerufen, sich zu den 17 Zielen für Nachhaltigkeit etwas einfallen zu lassen. Hier sind meine Vorschläge. Was gefettet ist, ist ein bekannter Spruch, alles andere stammt von mir. In Wiesbaden, they have called for ideas for 17  sustainable developments goals. Here are mine, the six marked ones are common sayings, the other ones are my own ones: 1. Keine Armut: Liwwer woas hawwe wie naut gewwe. Lieber was haben als nichts geben. Better to have something than to give nothing. / Wer naut hodd on aach naut kridd, demm schbield’s Läwe ewwel med. Wer nichts hat und auch nichts kriegt, dem spielt das Leben übel mit. Who doesn’t have anything and doesn’t get anything, either, has been mobbed by life itself. // 2. Kein Hunger: Ess, desde woas wirschd! Iss, damit etwas aus dir wird! Eat, so that you will prosper. / Pizza off Hessisch? Ei, Salzekuche! Pizza auf Hessisch? Na, Salzekuchen! How is pizza called in Hesse? Well, Salzekuchen (a salty cake, specialty of Upperhesse) / Kwerdorchdegoadde on käi woarme Woadde! Gemüsesuppe (Quer-durch-den-Garten) und keine warmen Worte! Vegetable soup and no warm words! // 3. Gesundheit  und Wohlergehen: Die best Kraankhääd daucht naut! Die beste Krankheit taugt nichts. The best illness is of no use. // 4. Hochwertige Bildung: Hopp, hopp, Bildung ean de Kobb! Hopp, hopp, hopp, Bildung in den Kopp! Hopp, hopp, hopp, education/knowlege into the head! / Es gedd 3 Soadde voo Mensche: Die, die bis 3 zeehn kenn. Un die, die’s net kenn. Es gibt drei Sorten von Menschen: Die, die bis 3 zählen können, und die, die es nicht können. There are 3 kinds of people: Those who are able to count to 3, and those who aren’t. / Merr kann sou aald werrn wie è Kuh on lernt als noch woas dèzu. Man kann so alt werden wie eine Kuh und lernt immer noch etwas dazu. You can get as old as a cow and still learn something new. // 5. Geschlechtergleichheit: Waibsloid sai Mensche – und käi Menscher! Frauen sind Menschen und keine Menscher (das Wort lässt sich nicht übersetzen, Menscher ist die Mehrzahl von das Mensch – wurde nur für Frauen und Mädchen verwandt und war immer abfällig gemeint). Women are human beings (the word Mensch, neutrum, was reserved for female persons, to mock on them – it can’t be translated). // 6. Sauberes Wasser und Sanitäreinrichtungen: Wer des Wasser net ehrt, eas de Abee net wert! Wer das Wasser nicht ehrt, ist die Toilette (Abort in früheren Zeiten) nicht wert. Who doesn’t care for the water doesn’t deserve a toilet. / Wer sai Hänn ean Onschold wäsche will, musses Wasser sauwer haan. Wer seine Hände in Unschuld waschen will, muss das Wasser sauber halten. Who wants to wash his or her hands in innocence (like Pilatus), must keep the water clean. / Leassd ins all die Damme drigge: Es Klobabaier weadd doch schigge! Lasst uns alle die Daumen drücken: Das Klopapier wird doch reichen! Let’s all cross our fingers: Hopefully, there will be enough toiletpaper. / 7. Bezahlbare und saubere Energie: Liwwer die Sonn offem Dach wie die Kohn eam Owe. Lieber die Sonne auf dem Dach als die Kohlen im Ofen. Better the sun on the roof than coil in the oven. / De sauwersde Schdroom eas der, den de schboarsd. The cleanest energy is the one you don’t use. // 8. Menschenwürdige Arbeit und Wirtschaftswachstum: Schaff woas, woas dich net schafft! Schaff was, das dich nicht schafft. Do a work that doesn’t ruin your health. / Wer de Haals nit vollkridd, demm wässd alles ewwern Kobb. Wer den Hals nicht vollbekommt, dem wächst alles über den Kopf. Who can’t get enough, will get into problems. / Äi Kuh mächd muh. Viele Kieh mache Mieh. Eine Kuh macht muh. Viele Kühe machen Mühe. In the sense of: One cow says mooh. Many cows mean a lot of work. / Merr muss weasse, wann’s schiggd. Man muss wissen, wenn es reicht. You have to know when it’s enough. // 9. Industrie, Innovation und Infrastruktur: Beim Telefoniern net vergesse: Aach de Philipp Reis woar Hesse! Beim Telefonieren nicht vergessen: Auch der Philipp Reis (Erfinder) war Hesse! Don’t forget while being on the phone: Philipp Reis has been from Hesse! / Wie erfonne, so gewonne. Wie erfunden, so gewonnen. Gained as invented. / Als un als was Naues. On alsemo woas Schlaues. Andauernd etwas Neues. Und manchmal etwas Schlaues. All the time something new. And sometimes something clever. / / 10. Weniger Ungleichheit: Erschd wann se all owe sai, eas unne aach owe.  Erst wenn sie alle oben sind, ist unten auch oben. Only until we all are on top, the bottom eas the top, as well. // 11. Nachhaltige Städte und Gemeinden: Wann off de Misd enn Giggel kräht, eases fiersch Dorf nonnit ze spät! / Wenn auf dem Misthausen ein Hahn kräht, ist es fürs Dorf noch nicht zu spät! If you hear a rooster calling from a manure heap, it’s not too late for the village. Wu Heazz un Verschdaand deheem sai,  mächd’s Lääwe  Schbass.  Wo Herz und Verstand daheim sind, macht das Leben Spaß. Where heart and good reason are at home, life is fun. / E Schdroos uhne gurre Noochbeann eas wie naut wie enn Schdall voo Hoiser. Eine Straße ohne gute Nachbarinnen und Nachbarn ist nichts als eine Ansammlung von Häusern. A street without good neighbours is nothing but a number of houses. // 12. Nachhaltige/r Konsum und Produktion: De Mamma ihr aale Klärer sai inser Vintage!  Mamas alte Kleider sind unser Vintage! Mum’s old clothes are our vintage. / Woas de haut kannst offgehewe, doas mussde monn nit besorje. Was du heute aufheben kannst, das musst du morgen nicht besorgen. What you can keep today, you don’t have to get tomorrow. / Redd die Welt offem kerzde Wääg: Fang bai derr selwer o! Rette die Welt auf dem kürzesten Weg: Fang bei dir selbst an! Save the way the shortest way: Start with yourself! / Fligg nit sou viel, wannde käi Fligg säisd! Flieg nicht so viel, wenn du keine Fliege bist! Don’t fly that much if you are no fly! / Leasses Audo aamo schdieh, hosd Fiss nit nor zem Schuh-Ozieh! Lass das Auto auch mal stehn, hast Füß‘ nicht nur zum Schuhanziehn! Don’t use the care all the time, you don’t have your feet only to wear shoes. // 14. Leben unter Wasser: Woas e Kaulkwabb kann, kann enn Froosch schuh lang. Was eine Kaulquappe kann, kann ein Frosch schon lang. What a tadpole can do, a frog can do easily. / Innergieh eas fier Fisch schie! Untergehn ist für Fische schön! To sink is nice for fish! / Wie Heinrich Heine ean Paris, so solle sech die Fisch eam Meer fiehn! Wie Heinrich Heine in Paris, so sollen sich die Fische im Meer fühlen (nach einem Zitat aus einem Heinebrief aus dem Jahr 1832 an den Komponisten Ferdinand Hiller: „Fragt Sie jemand wie ich mich hier befinde, so sagen Sie: wie ein Fisch im Wasser. Oder vielmehr, sagen Sie den Leuten; daß, wenn im Meere ein Fisch den anderen nach seinem Befinden fragt, so antworte dieser: Ich befinde mich wie Heine in Paris.“) Like Heinrich Heine in Paris, fish shall be in the sea! // 15. Leben an Land: Wannde wääd laafe widd, mussdes Laafe liewe. Wenn du weit laufen willst, musst du das Laufen lieben. If you want to walk far, you have to enjoy walking. / Widde CO2 luus werrn, freeg die Beem. Die nomme’s gern. Willst du CO2 loswerden, frag die Bäume. Die nehmen es gern. If you want to get rid of CO2, ask the trees. They will take it, with pleasure. / Wann merr wissde, woas Wisse weasse, wissde merr mieh, wie merr wisse missde. Wenn mir wüssten, was Wiesen wissen, wüssten wir mehr, als wir wissen müssten. If we knew what meadows know, we’d know more than we have to know. // 16. Frieden, Gerechtigkeit und starke Institutionen: De „Hessische Landbote“ gelese, debai gewese. Den „Hessischen Landboten“ (von Friedrich Ludwig Weidig herausgegebenes Flugblatt mit Texten von Georg Büchner) lesen, dabei gewesen.  Read the famous flyer „Der Hessische Landbote“, and you know all about the Hessian movement for justice, peace and social participation in the early 19th Century. // 17. Partnerschaften zur Erreichung der Ziele: Woas de sesomme mache kannsd, mach net elläi. Was du zusammen machen kannst, mach nicht allein. What you can do together with others, don’t do alone. / Woas zwä nit schaffe on käi drai, doa mussenn veadde noch dèbai! Was zwei nicht schaffen und keine drei, da muss ein vierter noch dabei! What two can’t do and three, neither, needs a fourth person. // Äi Haand wäschd die anner. Eine Hand wäscht die andere. One hand washes the other – quid pro quo.

Best wishes! Alles Gurre! Alles Gute! Happy Easter! Frohe Ostern! Fruè Uusdern!

Pauls Monika

P.S. (11.4.2020): Haut hodd die Owwerhessisch Zairing iwwer des naue Lirrerbùch („Mir“) geschreawwe. Heute hat die Oberhessische Zeitung (OZ) über das neue Liederbuch („Mir“) geschrieben. Today, the OZ has reported on the new songbook („Mir“).

Schräibd Prieb!

Dè Keaddoafer Birjermeesder Andreas Fey hodd oo jeeren Veräi ean Keaddoaf, Arnshaa, Woahn, Glaime, Liehrbach, Heemeadshause on Owenglie geschreawwe on will weasse, woas merr jedds fier annern duh kennd. Ech dääd saa, schräibd Prieb oo die, die elläi oder zè zwääd deheem sedse on käi Eandernedd huh. Dudd è lier Kuweer dèbai on babbd schumo è Priebmoarg droff fier dè Fall, dess naut deheem eas. Wer dè Prieb kridd, soll sou gudd sai on emm annern aach enn Prieb schräiwe on demm oder dere vierschloo, selwerd enn Prieb oo Froinde on Bekaande zè schegge. Enn Prieb, wu aach è bess-che woas drean schdidd on der sääd: Ech dengk oo dech!

(Zum einfacheren Reinhören erst einmal extra langsam gesungen: Der Anfang des oberhessischen Coversongs „Dè Prieb“ aus dem zweiten Ober-Gleener Liederbuch, „Naue Lirrer“, frei nach der Melodie von „Somewhere over the Rainbow“: Irjendwu ean dè Schubbload läid è Bload, è Schdegg Priebbabaier, schräib woas droff on schegg’s ob! Irgendwo in der Schublade liegt ein Blatt, ein Stück Briefpapier, schreib was drauf und schick’s ab! Somewhere in the drawer, there’s a sheet, a piece of paper, write a letter and send it off! That’s a coversong from one of our  Ober-Gleen songbooks, I sang it extra slowly for easier listening.)

Der Kirtorfer Bürgermeister Andreas Fey hat an alle Vereine im Stadtgebiet geschrieben und möchte wissen, was man jetzt für andere tun könnte. Ich würde sagen, schreibt Briefe an die, die allein oder zu zweit daheim sitzen und kein Internet haben. Legt ein leeres Kuvert bei und klebt schon mal eine Briefmarke drauf für den Fall, dass nichts daheim ist. Wer den Brief bekommt, soll bitte jemandem seiner Wahl auch einen Brief schreiben und dem- oder derjenigen vorschlagen, selbst einen Brief an Freunde oder Bekannte zu schicken. Einen Brief, in dem auch ein bisschen was steht und der sagt: ich denk an dich!

The mayor of Kirtorf, Andreas Fey, has written to all the clubs and associations in town, asking what everyone could do now for anybody else. I’d say: Let us write letters to people who are alone at home and don’t have internet. Put an empty envelope into your letter, and add a stamp just in case there’s nothing like that at home. Ask the one who gets your letter to write to someone else of his or her own choice. A letter with a little bit of content that says: I am thinking of you.
Best wishes, alles Gurre, alles Gute,
Pauls Monika

Zwäerlä

Es gedd zwäerlä Noachrichde: Des dreadde Lirrerbichelche med Lirrer eam Owengliejer Pladd eas feaddich on hääsd „Mir“. Es hodd 376 Saire, die dè Wolfgang viernanner gemachd hodd, enn Schdall voll naue Lirrer, è poar Foddos, awwer aach 16 Bealder voo   Walde Bernadd, on kosd 24 Euro. Woas dè Verlaach ins défier zohld, wann sech’s verkääfd, gidd oo insenn Veräi. Doas worrn die gurre Noachrichde. Die schlächde: Ins‘ Geschechdswärgschdadd fälld eans Wasser. Mir winn naut risgiern. E annermo.

Mir (Wir)

Es gibt zweierlei Nachrichten: Das dritte Liederbuch mit Coversongs im Ober-Gleener Dialekt ist fertig und heißt „Mir“ (Wir). Es hat 376 Seiten, die Wolfgang Rulfs gestaltet hat, viele neue Lieder, ein paar Fotos, aber auch 16 Gemälde von Bernhard Wald, und kostet 24 Euro. Das Honorar geht an unseren Verein. Das waren die guten Nachrichten. Die schlechten: Unsere Geschichtswerkstatt fällt aus. Wir wollen nichts riskieren. Ein andermal.

There are two kinds of news: The third songbook with coversongs in the dialect of Ober-Gleen is available now. The title is „Mir“ (We). It has 376 pages, designed by Wolfgang Rulfs, contents a lot of new songs, several photos and 16 paintings of Bernhard Wald, and costs 24 Euro. Our historical society gets the interests. The bad news: Our history workshop is cancelled. We don’t want to risk anything. Another time.
Stay well, bleibt gesund, zayd gezint, pläibd gesond,
Pauls Monnigga

Doidschlaand off dè Flùchd

Anne-Frank-Statue auf dem Merwedeplein
Anne-Frank-Statue auf dem Merwedeplein in Amsterdam Zuid.

Med Heasche Beddie voo Owenglie hodd alles oogefangge: Mir huh 2017 ’s Haus ean Amsderdam gefonne, wu se med ihrm Kall, der voo Frankfoadd woar, on ihrm Sohn Alfred gewuhnd hadd. Dè Kall eas 1940 geschdorwe, die Beddie on dè Alfred sai voo dè Naadsies imgebroachd worrn. Mir winn o se on oo ville annern erinnern: Insenn Geschechdsveräi mächd è Geschechdswiergschdoadd eam Mirds ean Breme, on mir loare dèzu ean. Ech schdell dè gefaldede Zärrel hie ean dè Blog, on fier die, die’s käi Doidsch geläse kenn, huh ech’s ewwersassd. Mit Betty Baer, geborene Sondheim aus Ober-Gleen, hat alles angefangen: Wir haben 2017 das Haus in Amsterdam Zuid gefunden, wo sie mit ihrem Mann Karl, der aus Frankfurt am Main war, und ihrem Sohn Alfred gewohnt hatte. Karl Baer ist 1940 gestorben, Betty und Alfred sind von den Nazis umgebracht worden. Wir wollen an sie und an viele andere erinnern: Unser Geschichtsverein veranstaltet eine Geschichtswerkstatt in Bremen, und wir laden dazu ein. Ich stelle den Flyer hier in den Blog, und für diejenigen, die ihn nicht lesen können, habe ich’s übersetzt. It all started with Betty Baer nee Sondheim of Ober-Gleen: In 2017, we have found the house in Amsterdam Zuid, the place where she had lived with her husband Karl Baer from Frankfurt and her Sohn Alfred. Karl has died in 1940, Betty and Alfred have been murdered by the Nazis. We wish to have them remembered, together with many others: Our historical society organises a history workshop in Bremen in March. I put the flyer in the blog and will translate it for those who don’t understand German.

Best wishes, alles Gurre, alles Gute,

Pauls Monika

Flyer-Geschichtswerkstatt

About the flyer: The photo left on top shows the Anne Frank statue in the Southern part of Amsterdam, called Amsterdam Zuid or Rivierenbuurt (Riverquarter – the streets are named after rivers). This quarter was built in 1929, and many refugies from all parts of Germany, Austria, Czechoslovakia and Poland moved into the flats from about that time on. Like Family Frank from Frankfurt/Main who lived in Merwedeplein – where Anne’s statue is standing. In a bookshop around the corner that Gert-Jan Jimmink runs today, Otto Frank had bought the diary for his younger daughter. The photographer Annemie Huitzing from Bavaria lived in one of the streets and made portraits of Jewish refugees. Miriam Keesing, a musician, has done research concerning young refugees who were alone in Amsterdam. And there were old people who had hesitated to leave their homeland, families and singles. They all were neighbours in the Rivierenbuurt. And safe at least until the German Wehrmacht marched in.

Our historical association Lastoria has started the project “Germany on the Run” in 2016, asking who these people had been, who had helped them, what became of them. We are in contact by now with people who do research in the Netherlands as well as in Germany. We have attented a ceremony in a former Jewish school in Amsterdam, and wish to help combining the informations that have been gathered here and there. Considering the discussions about refugees today, we wish to remind us all to the refugees of the NS-time. When we did our very first research connected to the varieté theatre “Astoria” in Bremen, we have learnt about the exile of Olga Irén Fröhlich from Hamburg who had emigrated to Swizzerland and had lived in Bremen after the war. Human rights are one of the main topics in all of our projects, and today very much so.

We invite everyone to join in. One by one, we plan to publish the results of our voluntary research. And we want to encourage others to compare their results with others, in Germany and other countries, to share their material for example with Joods Monument (website), Alemannia Judaica (website) and Stolperstein websites. Events are possible, local regional, German wide or international meetings, school projects and more as soon as people are connected. The history workshop is to inspire that.

Why Amsterdam Zuid? We had to focus on a part of Amsterdam as there were so many people searching refuge from the Nazis. One of them appeared to have been Betty Baer nee Sondheim from Ober-Gleen, my homevillage. She had been in Amsterdam Zuid with her husband Karl and her son Alfred. We have described her fate in one of our books and in the audio book “Jiddish life”, among with many others. Why Germany on the Run (Deutschland auf der Flucht)? Werner Deutschland from Bremen-Hemelingen gave the project its name. On Joods Monument he is one of more than 104 000. And there is another Werner Deutschland, from Berlin, who has survived in Bruxelles.

“Deutschland auf der Flucht” is an open history workshop with results to be presented. Some have been documented on my website, in German and English (www.monikafelsing.de, Projekte – Amsterdam – mehr (more)). I am the one who takes care of the project and does the research.

In the Villa ichon, there will be speeches (about our research, for example, about Jewish refugees in Amsterdam, about the people the photographer had portrayed and who had survived, about Stolpersteine in Bremen connected to Amsterdam), we will present a music videoclip that has been made in Bremen in 2011 by Paul Lindsay and Alasdair Jardine. We will sing Jewish songs together, as culture is a home, as well, language and music especially. And we will learn bits of the Dutch language, and hear about the project “Aus den Akten auf die Bühne” of Bremen University. History students do research in the archives, and actors of the Shakespeare Company read them on stage. Like in the evening about the conference of Evian and the “St. Louis”. Who wants to will be able to attend a walk to some of the Stolpersteine in Bremen, or on a new audiowalk about family Rosenberg, and we will read from the biographies of Child Survivors.

 

E woarm Lichd ean donggle, kaale Zaire

Dräisechsde Jannowoar Zwiedausendzwannsech: Elfriede Roth voo Laurerbach weadd haut finfennnoinzech. On mir gradduliern dè Elfriede so heazzlech, wie merr nor gradduliern kann. Wann’s mieh Mensche gewwe dääd wie Elfriede, wier die Weald enn bessere Oadd. Fier all.

Elfriede Roth.
Elfriede Roth aus Lauterbach.

30. Januar 2020: Elfriede Roth aus Lauterbach wird heute 95. Und wir gratulieren Elfriede so herzlich, wie man nur gratulieren kann. Wenn es mehr Menschen gäbe wie Elfriede, wäre die Welt ein besserer Ort. Für alle. 01/30/2020: Elfriede Roth of Lauterbach is 95 today. And we congratulate her as heartily as possible. If there were more people like Elfriede, the world would be a better place. For everyone. She is a silent heroine. And has been, as a child, a warm light in dark and cold times.

Sie ist eine stille Heldin und war schon als Kind ein warmes Licht in einer dunklen, kalten Zeit. Se eas è schdelle Healdin. On woar schuh, wie sé kläi woar, è woarm Lichd ean donggle, kaale Zaire.

Alles Gurre fier Elfriede! Alles Gute für Elfriede! All the best to Elfriede!

Pauls Monika

Nit vergeasse

75 Joahr nooch Auschwitz: Leassd ins nit vergeasse. Ean Westerbork (Hollaand) werrn bes dè Muundoag Noome viergelääse. Mir kennde Owengliejer Noome gèseangge, Noome of Jirre voo Owenglie, Waibsloid, Mannsloid on Keann, die ewwerläbd huh oder ermoadd worrn sai. Die Mellodie eas voo emm aale Pelgerlied, doas eam 19. Joahrhonnerd ean Sinnagooche ean Hesse gesongge woarn eas.

75 Jahre nach Auschwitz: Lasst uns nicht vergessen. In Westerbork (Niederlande) werden bis Montag Namen vorgelesen. Wir könnten Ober-Gleener Namen singen, Ober-Gleener Namen von jüdischen Frauen, Männern und Kindern, die überlebt haben oder ermordet worden sind. Die Melodie ist die eines alten jüdischen Pilgerliedes, das im 19. Jahrhundert  in hessischen Synagogen gesungen wurde.

75 years past Auschwitz: We shall not forget. In Westerbork (Netherlands) names are read till Monday. We could sing names from Ober-Gleen, names of Jewish women, men and children who survived or perished. The melody belongs to an old Jewish pilgrim song that was sung in Synagogues in Hesse in the 19th century.

Leassd ins nit vergeasse. Lasst uns nicht vergessen. We shall not forget.

Monika

P.S.: Unser Geschichtsverein Lastoria lädt für Sonntag, 22. März, 10 bis 18 Uhr, zur Geschichtswerkstatt „Deutschland auf der Flucht. Exil in Amsterdam Zuid 1933-1945“ in die Villa Ichon, Goetheplatz 4, Bremen, ein. Wer teilnehmen oder uns unterstützen möchte, kann mich gerne kontaktieren. Auch Betty Baer, geborene Lamm, aus Ober-Gleen, ihr Sohn Alfred und ihr Mann Karl, ein Frankfurter, waren vor den Nazis nach Amsterdam geflohen. Keiner der drei hat überlebt (Hörbuch „Jiddisch Leben“ und Ober-Gleen-Band „Himmel un Höll“).

Our historical society Lastoria invites you all to the history workshop „Germany on the Run. Exile in Amsterdam Zuid 1933-1945“ in the Villa Ichon, Goetheplatz 4, Bremen. If you are interested to join in or would like to support us, please contact me. Among those who had fled to Amsterdam because of the Nazis, was Betty Baer, nee Lamm, from Ober-Gleen, her son Alfred and her husband Karl from Frankfurt. None of them survived (audio book „Jiddisch Leben“ and Ober-Gleen volume 3, „Himmel un Höll“).

Mir mache om 22. Meazz ean Breme è Geschichdswergschdadd off: „Doidschlaand off dè Fluchd. Wääd foadd voo deheem ean Amsderdamm Sied 1933-1945“ in dè Willa Ichon. Wann dè dèbai sai oder ins innerschdedse widd, dann gebb merr Beschääd. Bai denne, die vier dè Naadsies nooch Amsderdamm geflo-è worrn, woar aach die Heasche Beddie voo Owenglie, ihrn Alfred on ihrn Mann Karl, der voo Frankfoadd woar. Kenner voo enn hodd ewwerlääbd („Jiddisch Leben“ on „Himmel un Höll“).