Freeg dai Omma

War Omas Haushalt nachhaltig? Doa kennder ouch è Kaddoffel droff penn!  

Woas doas Beald soll, vèzehl ech ouch off Huuchdoidsch.

Was das Bild bedeuten soll, erzähle ich Euch heute auf Hochdeutsch.

What about that photo? I’ll tell you  in High German.

Best wishes, alles Gurre, alles Gute!

Pauls Monika

FREEG DAI OMMA

In Oberhessen wurde früher eingemacht, wiederverwendet und aufgehoben, was das Zeug hielt. Der Müll eines ganzen Dorfes passte in eine Grube am Ortsrand, und wenn sie voll war, wurde am anderen Ende des Dorfes eine neue ausgehoben. Was kaputt ging, wurde repariert oder gestopft. „Upcycling“ hieß damals „Umarbeiten“, und viele Mütter, Tanten und Großmütter waren in Notzeiten ganz groß darin, aus Nichts etwas zu machen. Um Nachhaltigkeit im Alltag früher, heute und morgen geht es im Geschichts- und Zukunftsworkshop „Freeg dai Omma“ (Frag deine Oma) – mit Mundart, Musik und Mitmachtipps – am Sonntag, 4. Oktober 2026, 15 bis 17 Uhr, im Freiwilligenzentrum Alsfeld, Volkmarstraße 3. Ich halte ihn in Zusammenarbeit mit dem AZN (Naturerlebnishaus Heideberg). 

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer können eigenes Wissen und Erinnerungen einbringen und Tipps zusammenstellen, die sich leicht umsetzen lassen: Was können wir beim Einkaufen, Putzen oder Kochen fürs Klima, für den Umweltschutz und für unsere Gesundheit tun? Welche Tricks von Oma und Opa haben sich bewährt? Wie macht Energiesparen Spaß und wie, bitte, heißt Durchlaufbegrenzer im Dialekt?

Omas Haushalt war nachhaltig. „Doa kennder ouch è Kaddoffel droff penn! Und gepellt werden Kartoffeln in Oberhessen natürlich mit einem Kneipchen (Knäibche), einem kleinen Schälmesser.

„Insè Ommas huh dè Miehwääg erfonne“ heißt einer meiner etwa 300 Coversongs. Auch die 17 Punkte der Agenda 2030, des Weltzukunftsvertrages, habe ich ins Owengliejer Pladd übersetzt und Beispiele für Nachhaltigkeit in Hessen in einem ihrer Bücher („08/18: Ein hessischer Beitrag zur Rettung der Welt“) zusammengetragen.

Der Workshop kann eine Anregung sein, sich mit der eigenen Familiengeschichte zu befassen, was den Umgang mit Ressourcen angeht, und das eigene Verhalten zu hinterfragen. Gemeinsam gesammelte Tipps für den Haushalt, fürs Einkaufen oder für die Freizeit können von Familien, Landfrauen- und Heimatvereinen, Schulklassen, Kindergarten-, Konfirmanden-, Klima- und Naturschutzgruppen ausprobiert und weiterentwickelt werden. Manches Oma-Wissen ist moderner denn je. Und was ist nachhaltiger als Mundart?

Anmeldungen sind bis 30. September möglich unter mail@lastoria-bremen.de. Die Teilnahme ist kostenlos, Spenden werden erbeten. Der Workshop wird vom Geschichtsverein Lastoria e.V. in Kooperation mit dem AZN – Naturerlebnishaus Heideberg e.V. – durchgeführt und im Rahmen der Förderung des BNE-Netzwerks Vogelsberg durch das Hessische Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt unterstützt.

 

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